AdWords Quality Score – der Qualitätsfaktor von Google

Der Qualitätsfaktor (Quality Score) dient zur Bewertung der Relevanz eines gebuchten Keywords. Er entscheidet neben dem Gebot über Auslieferung und Position unserer Anzeige und wird mittlerweile bei Google für jede einzelne Auktion neu und individuell berechnet.

 

Der Qualitätsfaktor kann Werte zwischen 1 und 10 annehmen, wobei 10 Top ist, bei einem Qualitätsfaktor unter 5 wird man höchstwahrscheinlich schon nicht mehr bei jeder Suchanfrage bedient. Wenn man eine gute Grundstruktur und gute Texte hat, startet man häufig mit einem Qualitätsfaktor von 7, den man durch eine gute Historie weiter steigern kann.

 

Der Grundsatz des Qualitätsfaktors ist einfach:

  • make the user happy and you make google happy!

 

Und das Ergebnis ist ebenso einfach:

  • wer mehr Zeit und Arbeit in seine Kampagnen investiert, wird mit besseren Positionen oder mit niedrigeren Klickpreisen belohnt.

 

Als ich im Jahre 2004 mich zum ersten mal mit dem Thema Google AdWords™ beschäftigte, sah eine Suchergebnisseite bei Google häufig so aus, das alle bezahlten Einträge von einer Reihe von Preisvergleichern oder Versteigerungsplattformen belegt waren, die Anzeigetexte allesamt mit Keyword Insertion strotzten und als Zielseite die Startseite oder im Idealfall auch mal eine Suchergebnisseite (häufig mit der Entschuldigung, dass es zur Zeit dazu keine passenden Angebote gibt) gebucht war. Es schien, als hätte so mancher Werbetreibender den Duden kopiert und als Keywordliste hochgeladen.

 

Damals wurde lediglich von Google die Klickrate als Voting der Suchenden als Relevanz- und Qualitätskriterium zu Rate gezogen. Das ist nicht nur sinnvoll, weil die am häufigsten geklickten Anzeigen den meisten Umsatz für Google bringen, sondern auch weil eine negative Erfahrung mit den bezahlten Einträgen die User zukünftig davon abschrecken würde, auf die Anzeigen zu klicken. Anzeigen, die nicht geklickt werden, nehmen anderen – vielleicht besseren – Anzeigen die Positionen und stellen offenbar für den Suchenden kein passendes und relevantes Ergebnis dar.

 

Im Laufe der Jahre hat Google den Qualitätsfaktor immer weiter ausgebaut und nachgefeilt, um die Werbetreibenden dazu zu bewegen, ihre Keywords, Anzeigentexte und Zielseiten möglichst relevant zu gestalten.

 

So ist mittlerweile die Relevanz und Ladezeit der Zielseite, geografische Relevanz oder Relevanz eines Keywords in Bezug auf den Anzeigentext fester Bestandteil des Qualitätsfaktors. Die letzte große Änderung erfolgte im Oktober 2013 als Google bekannt gab, dass auch Anzeigenerweiterungen in die Berechnung des Qualitätsfaktors mit einfließen werden.

 

Im Jahr 2013 erfolgte auch eine größere Neuskalierung des Quality Scores. So wurden die bis dahin selten anzutreffenden Werte von 8 und 9 zu Lasten der 10 deutlich häufiger. Diese Tatsache heißt wiederum, dass eine absolute Betrachtung eines historischen Qualitätsfaktors wenig Sinn macht – eine dedizierte Betrachtung für Top Keywords hingegen schon.

 

Im Konto und in unseren Reportings können wir den Qualitätsfaktor sehen, wobei zu berücksichtigen ist, dass er für jede Auktion, an der eines unserer Keywords teilnimmt, individuell berechnet wird. D.h. bei jeder einzelnen Auktion spielen zusätzliche Faktoren (z.B. Uhrzeit, Lokation des Suchenden, wirkliche Suchanfrage) mit in die Berechnung ein, die in keinen Statistiken auftauchen.

 

Egal, ob die Bewertungsmaßstäbe als gerecht empfunden werden oder nicht, der Qualitätsfaktor stellt auf jeden Fall so gut wie möglich sicher, dass man sich Anzeigenpositionen nicht nur mit großen Budgets  erkaufen  kann sondern auch erarbeiten muss.

 

Im nächsten Artikel werden wir die Bestandteile des Qualitätsfaktors genauer beleuchten.