Die Zielseite und der Qualitätsfaktor

Gerade hat  Google angekündigt, eine Änderung auszurollen, die der Qualität der Landingpages mehr Einfluss auf den Qualitätsfaktor geben wird. Das Kapitel bleibt also spannend und das hier Geschriebene kann in den nächsten Tagen schon wieder überholt sein. Ich denke aber, dass die Grundsätze für gute Zielseiten sowohl für Google als auch für den User die Gleichen bleiben werden.

 

Auf der Zielseite nehmen wir den Suchenden in Empfang und er sollte innerhalb von Sekunden oder Millisekunden davon überzeugt werden, dass er hier genau richtig aufgehoben ist.

 

Das heißt, ich muss dem User textlich, bildlich möglichst schnell eine Seite präsentieren, auf der er die gesuchte Information (den Suchbegriff) sofort wiederfindet.

 

Google verfolgt mit der Bewertung der Zielseite innerhalb des Qualitätsfaktors genau das gleiche Ziel – dem User ein möglichst relevantes und gutes Ergebnis zu präsentieren bzw. den Werbetreibenden dazu bewegen, darauf hin zu arbeiten.

 

Zunächst sollte eine Website eine hohe Verfügbarkeit aufweisen, sprich permanent erreichbar sein. Eine auch nur temporär nicht verfügbare Website kann den Qualitätsfaktor negativ beeinflussen.

 

In AdWords beworbene Zielseiten sollten transparent sein und ein seriöses Geschäftsmodell verfolgen, sprich die Seite sollte Oma-und-Opa-gerecht sein.

 

Beim Geschäftsmodell straft Google bspw. reine Aggregatoren, Get-rich-quick-Sites oder MFA (Made for AdSense) Sites mit einem niedrigeren Qualitätsfaktor ab, da diese Seiten häufig keine Mehrwerte für den User bieten sondern nur bereits veröffentlichte Informationen weitertragen.

 

Die Ladezeit einer Website entscheidet mit darüber, wie gut das Erlebnis eines Users in Verbindung mit einer Suchanfrage ist. Lädt eine Seite überdurchschnittlich lang (ab 3 Sekunden), werden viele User schnell ungeduldig und sind über den Zurück-Button wieder beim Suchergebnis und einen Klick später beim Wettbewerb.

 

Die Zielseite sollte eine Textliche Relevanz in Bezug auf das einzelne Keyword aufweisen. Man kann hier ähnliche Kriterien wie im SEO unterstellen, was teilweise bejaht oder verneint wird. Nehmen wir mal die wichtigsten On-Site Faktoren wie Title Tag oder eine prägnante, im Fokus befindliche Überschrift auf der Seite heraus, wird schnell klar, dass genau diese Faktoren auch für den Suchenden die wichtigen Anhaltspunkte auf der Seite sind und somit für eine gute User Experience wichtig sind.

 

Inhaltliche Relevanz ist für Suchmaschinen (und natürlich auch für den User) beispielsweise an folgenden Kriterien erkennbar:

  • Der Hauptbegriff ist direkt in einer Überschrift sichtbar
  • Einzigartigkeit, Wo ist der Mehrwert für den User (keine Zielseite mit ausschließlich Werbung)
  • Wenn ich den Begriff, den ich eingegeben habe, innerhalb weniger Millisekunden direkt im Fokus der angeklickten Seite wiederfinde, dann fühle ich mich hier richtig.
  • ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, d.h. wenn dieser Eindruck durch Bilder, Siegel oder ähnliches noch unterstützt wird, umso besser.

 

Google verweist in den Hinweisen zur Zielseiten Qualität unter anderem auf die Webmaster Guidelines. D.h. grundsätzlich bzw. in Teilen gelten für SEA Landingpages auch die SEO Richtlinien. Seiten, die Google nicht einmal im organischen Index zeigen möchte, sollten sicher auch nicht in Googles Haupteinnahmequelle – AdWords™ – auftauchen. Etwas anderes ist es natürlich, wenn jemand seine Seite verbessert  und angepasst hat und nun durch AdWords™ wieder Traffic einkauft. Siehe auch: http://adwords.google.com/support/aw/bin/static.py?hl=de&topic=23689&guide=23686&page=guide.cs&answer=152239

 

Einen Anhaltspunkt, ob Google mit unseren Zielseiten einverstanden ist, sehen wir in der Anzeigen Diagnose  im AdWords™ Interface. Wenn man auf Keyword Ebene in der Status-Spalte die kleine Gedankenblase mit der Maus berührt, zeigt Google einige Details zum Qualitätsfaktor, z.B. ob die Qualität und die Ladezeit der Zielseite unproblematisch sind. Wir sehen hier leider nur ob oder ob nicht, d.h. ob im Hintergrund noch weitere Faktoren eine Rolle spielen und wie sie gewichtet sind, bleibt uns verborgen.