Google zeigt keine AdWords Anzeigen mehr auf der rechten Seite – unsere erste detaillierte Analysen

Viel wurde im Vorfeld spekuliert, für vergangenen Montag (22.02.2016) war es angekündigt – Google modifizierte die Google Ergebnisseite der Desktop Suche und passte diese an das mobile Pendant an. Nun ist eine Woche vergangen, seitdem Google scheinbar die Werbefläche innerhalb der SERPS reduziert hat. Aber wie groß sind die Auswirkungen wirklich? Wir möchten für Euch die Auswirkungen im folgenden Artikel beleuchten und Euch einige Tipps zur Analyse mit auf den Weg geben.

Unsere Analyse

Wir haben über 1.000MB Keyword Daten über mehrere Millionen Impressionen und mehrere Hundertausend NonBrand/Desktop/Google-Only Klicks aus zahlreichen Branchen zerlegt und wieder zusammen gebaut und kamen zu folgenden Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung der Klickraten. Eine Positionsangabe bedeutet damit immer dieser Platz bis zum nächst größeren (3 = 3 bis 3,99).

Die visualisierte Entwicklung der Klickraten

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Unsere Testergebnisse in Kürze:

  • Keine Impression mehr mit Position >8 seit Dienstag (23.2.2016)
  • Größter Gewinner: Platz 7 (+31%) und Platz 3+4 (+20%-+25%)
  • Verlierer: Platz 8+ (die gibt es nicht mehr – vorher aber auch kaum Traffic bei Klickraten um die 0,5%)
  • Over all eine höhere CTR

Die Entwicklung Woche zur Vorwoche:

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Was bedeutet das Google Update nun für meine AdWords Anzeigen?

Für die von uns analysierte Datenmenge hat das Update over all eine Erhöhung der CTR gebracht. Die geringen Verluste auf den Plätzen 8-10 haben die Klickratengewinne auf den übrigen Plätzen mehr als kompensiert. Die Anzeigen auf der rechten Seite sind (wie Banner) vielleicht für viele Menschen schon längst aus dem Fokus gerückt und die Nutzer blind dafür. Klickraten im Promillebereich belegen dies. Die in den Lesefluss gerückten Anzeigen sind zudem prominenter und mit Anzeigenerweiterungen versehen. Wer bisher durchschnittlich auf Positionen 7-10 gesetzt hat, wird das sicher anderes sehen.
Für Gebotsstrategien, die auf Top-3-Positionen ausgelegt waren, gibt es dafür eine gute Nachricht: Ihr könnt Eure Positionsrange nun in Richtung 4 erweitern und somit mehr Gebote reduzieren als zuvor.

Die Angst vor steigenden Klickpreisen wegen Verknappung der Werbefläche können wir aktuell nicht teilen. Zum einen spiegeln die Zahlen das nicht wider, zweitens sieht der Verlust auf den Plätzen 8-10 nicht nach einem massiven Nachschub von unten aus, drittens kann man auf oberen Plätzen nun weniger bieten.

Analyse selbst gemacht

Wer diese Analyse ebenfalls für seine AdWords Konten durchführen möchte, dem möchten wir hier noch ein paar wichtige Tipps mit auf den Weg geben. Um möglichst aussagekräftige Daten zu erhalten, nutzt einen Keywordreport um möglichst viele Datenpunkte zu erhalten. Segmentiert die Daten nach Geräten, Suchpartner, Brand und Non-Brand. Und setzt in Pivot-Tabellen immer auf eigene berechnete Felder für die CTR und den CpC (keinen Durchschnitt über Durchschnitte bilden). Zu guter Letzt: Erstellt Euch einen benutzerdefinierten Bericht und Alerts für Positionen, CTR, Klick- und Impressionvolumen zur Beobachtung.

Unsere offenen Fragen

  • Was ist eigentlich mit den SEO-Ergebnissen?
  • Man hört von weniger organischen Ergebnissen (teils nur noch 7), wie entwickelt sich hier die CTR?
  • Weniger Ablenkung an der Seite, dafür darunter und darüber. Ich habe noch keine großen Aufschreie gehört, und sehe auch keine dramatischen Veränderungen in größeren Analytics- Accounts. Also scheint es ja nicht so schlimm gewesen zu sein – oder?
  • Und wie und wann werden die Verlierer der Plätze 8+ nachrücken und somit die Klickpreise verändern?